Familie - Einleitung

Die Familie und später auch die Beziehung zu unseren Lebenspartnern geben uns einen speziellen Raum der persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten. Hier erfahren wir fortwährend welche Reaktionen und Emotionen unser Verhalten erzeugt und welche Konsequenzen dies wiederum für uns selbst hat. Die Art und Weise wie dies geschieht ist meist direkter und intensiver als bei anderen sozialen Beziehungen.

Damit wir uns affektiv stabil entwickeln und leben können, benötigen wir weitgehend konstante Beziehungsmuster mit denen uns Familie und Lebenspartner begegnen und für die auch wir selbst die Verantwortung übernehmen.

Jede Beziehung innerhalb eines Familiensystems und einer Partnerschaft folgt ihren eigenen, durch uns mitgestalteten, Regeln. Wenn wir dafür Sorge tragen, dass das was wir vom Gegenüber erwarten auch unser Verhalten maßgeblich bestimmt, achten und fördern wir gleichsam damit die Qualität der Beziehung. In den meisten Situationen ähneln sich unsere Erwartungen und Bedürfnisse an die Beziehungsgestaltung stark, wie z. B. dass sich jemand Zeit für uns nimmt um etwas Schönes gemeinsam zu erleben oder ein Problem zu besprechen, dass wir mit Respekt behandelt werden, unsere Meinung oder Entscheidung bei bestimmten Fragen (trotz gegenteiliger Ansicht) akzeptiert wird, etc.

Sprich wir wünschen uns als freies Individuum gesehen und verstanden zu werden, und gleichzeitig einen wertschätzenden Rückhalt zu haben.

Wenn wir uns gelegentlich unsere unterschiedlichen Erwartungen an und Vorstellungen von diesen Beziehungen bewusst machen, führt dies meist zu einer Verbesserung der Beziehungsqualität bzw. Förderung der Beziehungsstabilität.

Partnerschaft

Die Partnerschaft in der wir leben trägt in vielen Teilen zu einer konstanten Wahrnehmung unseres Selbst bei. Hier können wir in direkter und offener Weise unsere Bedürfnisse äußern und leben, unsere Schwächen zugeben und uns als gleichwertigen Teil eines gemeinsamen Interesses begreifen. Wenn wir lernen uns in unseren Partner hinein zu versetzen fördert dies unsere Fähigkeit andere Menschen zu verstehen und erleichtert die Kompromissbildung zum Erreichen eines gemeinsamen Ziels.

Eltern

Indem wir selbst zu Eltern werden, vollziehen wir einen Entwicklungsschritt, der unsere Persönlichkeit und unser Verständnis von uns selbst um zahlreiche Facetten erweitert. Neben unserer Eigenverantwortung übernehmen wir die Verantwortung für das Leben unserer Kinder, teilen sie mit unserem Partner, reflektieren unsere eigene Kindheit und schätzen und verändern die Erziehung, die uns unsere Eltern zu teil werden ließen. Wir geben das, was uns wichtig ist und was wir gelernt haben, bewusst und unbewusst an unsere Nachkommen weiter und prägen so „im Kleinen“ Werte und Normen unserer Gesellschaft. Unser Denken, Handeln und Fühlen wird innerhalb unserer nun eigenen Familie vergleichsweise lange und intensiv Wirkung auf unsere Kinder haben. Und vor allem die Beziehungsgestaltung der Eltern wird im Späteren deren Kinder nachhaltig beeinflussen.

Kinder

In unserer Kindheit benötigen wir den Schutz und das Vertrauen unserer Eltern. Sie sind unsere wichtigsten Bezugspersonen und von ihnen übernehmen wir wesentliche Muster für unser eigenes Verhalten. Je stabiler und zuverlässiger wir ihre Aktionen und Reaktion im Umgang mit uns einschätzen lernen können, um so mehr festigt dies unser Vertrauen in unsere Umwelt und letztlich in uns selbst. Später benötigen wir diese Eigenschaft um uns zuverlässig zu entscheiden und unser Streben zu verwirklichen, einen Grundstein unserer Entwicklung.

Verwandte

Unsere Verwandten begleiten uns oft über viele Jahre unseres Lebens und wir stehen in verschieden engen Beziehungen zu ihnen. Sie kennen uns und unseren Werdegang und sind in der Lage, unterschiedliche biographische Abschnitte zu verstehen. Oft können sie zu wichtigen Beratern und Vertrauten werden, insbesondere wenn sie wie z. B. Geschwister eine Zeit ihres Lebens eng an unserer Seite gestanden haben.

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